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RechtsstreitGericht gibt Leichlinger Therapieburg recht – LBB legt Einspruch ein

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Der Streit zwischen der Leichlinger Bädergesellschaft (LBB) und Therapieburg-Inhaber Lars Burgwinkel wurde weiterhin nicht beigelegt. (Archivfoto)

Der Streit zwischen der Leichlinger Bädergesellschaft (LBB) und Therapieburg-Inhaber Lars Burgwinkel wurde weiterhin nicht beigelegt. (Archivfoto)

Der Streit zwischen der Leichlinger Bädergesellschaft (LBB) und Therapieburg-Inhaber Lars Burgwinkel wurde weiterhin nicht beigelegt.

Auch wenn das Kölner Landgericht Lars Burgwinkel recht gegeben hat, wird zwischen dem Inhaber der Therapieburg und der Leichlinger Bädergesellschaft LBB weiterhin gestritten. Denn die LBB hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt. Die nächste Runde im Konflikt, der seinen Ursprung im Hochwasser 2021 hat, ist also angebrochen.

Die Physiotherapiepraxis von Burgwinkel, die sich im Gebäude des alten Blütenbades befindet, war durch die Wassermassen zerstört worden. So sehr, dass Burgwinkel und sein Team – 25 Mitarbeitende hat er derzeit – dort seitdem nicht mehr arbeiten können. Die LBB als Vermieterin wollte die Räume aber nicht wiederherstellen. Sie teilt dazu mit: „Neben dem Hallenbad wurde auch die in den angrenzenden Räumen befindliche physiotherapeutische Praxis derart in Mitleidenschaft gezogen, dass sich für die LBB als Vermieterin eine Wiederherstellung der Mietsache ‚Therapieburg‘ als wirtschaftlich nicht vertretbar darstellte.“

Um das zu beurteilen, würden die zu erwartenden Kosten für die Arbeiten den zu erwartenden Mieteinnahmen gegenübergestellt, so die LBB. Das Ergebnis: Kosten und Einnahmen hielten sich ungefähr gleich. Das, so meint die LBB, habe zur Folge, dass die sogenannte Opfergrenze überschritten sei, und die LBB nicht mehr verpflichtet sei, die Mängel zu beseitigen. Zudem ende der Mietvertrag so automatisch. Und die Praxis technisch vom Hallenbad zu trennen, sei nicht möglich gewesen, heißt es weiter: „Dabei zeigte sich, dass die Praxis in Bezug auf Lüftung, Wärme- und Stromversorgung sowie Zu- und Abwasser vollständig an die technischen Anlagen des Hallenbades angebunden war.“

Das nahm Lars Burgwinkel aber nicht hin und reichte im Dezember 2021 beim Landgericht Köln dagegen Klage ein. Er wolle seinen gültigen Mietvertrag bis 2035 erfüllen, und dafür müsse ihm die LBB die Räume als Vermieterin wiederherstellen, so seine Sichtweise.

Leichlingen: Therapieburg musste ausweichen

Auch ein Richter habe im vergangenen Jahr in Gesprächen verlauten lassen, dass er der LBB empfehle, sich mit Burgwinkel zu einigen, weil er wenig Aussichten auf Erfolg gesehen habe, erzählt der Therapieburg-Besitzer. „Sie haben das Gespräch aber nicht mehr gesucht“, erklärt Burgwinkel. Die LBB hingegen sagt, dass sie bereits 2021 erklärt habe, sich außergerichtlich einigen zu wollen, wozu es nicht kam. Und weiter: „Nach dem Verhandlungstermin im Juli 2025 bat die LBB Herrn Burgwinkel um Stellungnahme, die Konditionen darzulegen, zu denen er bereit wäre, eine gütliche Einigung zu schließen.“ Eine Einigung ließ sich aber nicht erzielen.

Das Gericht gab im Oktober 2025 dann Burgwinkel nach fast vier Jahren recht. Die LBB muss die Räume wiederherstellen. Dagegen legte die LBB auf Grundlage eines Beschlusses des Aufsichtsrates aber Einspruch ein: „Nach eingehender Prüfung der Entscheidungsgründe durch die von der LBB beauftragte Rechtsanwaltskanzlei bestehen begründete Anhaltspunkte, dass das Urteil hinsichtlich des zugrunde gelegten Sachverhalts, insbesondere der Bewertung der Feststellungen der Sachverständigen zu den voraussichtlichen Maßnahmen und Kosten einer Wiederherstellung und aus rechtsdogmatischen Gründen, rechtsfehlerhaft ist.“

Seit 2021 steht die Therapieburg im alten Blütenbad jedenfalls leer. Burgwinkel betreibt noch einen weiteren Standort in Bremsen. „Wir mussten sozusagen aus zwei Praxen eine machen.“ Er beklagt die fehlende Planungssicherheit für ihn als Unternehmer, solange das Ganze nicht ausgestanden ist. Er hat jedenfalls vor, seinen Mietvertrag zu erfüllen.

Über die Pläne der LBB für das alte Schwimmbadgebäude will die LBB „aufgrund des weiterhin anhängigen Rechtsstreits“ nichts sagen.