Kasper Hjulmand hat unter schwierigen Voraussetzungen bei Bayer 04 einen Topjob erledigt. Die Aussichten sind rosig, meint unser Autor.
Frohes Fest in LeverkusenBayer 04 muss sich bei Hjulmand bedanken


Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand umarmt Christian Kofane nach dem Spiel in Leipzig.
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Im Juli erzielte Montrell Culbreath, der in der Regel für die U19 aufläuft, das erste Saisontor für Bayer 04 – in einem Testspiel im Rahmen des Trainingslagers in Rio de Janeiro. Am Samstag schoss der 18-Jährige in seinem ersten Profieinsatz auch den letzten Treffer des Jahres. Es ist die Pointe eines turbulenten Halbjahres in Leverkusen.
In Brasilien ging Bayer 04 gegen Flamengos U20 mit 1:5 unter, Culbreaths Treffer somit auch. Beim 3:1 in Leipzig war die Stimmungslage eine gänzlich andere. Durch den Erfolg beim direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze in der Bundesliga geht Leverkusen mit einem wohligen Gefühl in die kurze Weihnachtspause. In allen drei Wettbewerben liegt Bayer 04 voll im Soll.
Der größte Unterschied zwischen der Werkself in Rio und der in Leipzig ist der Mann auf der Trainerbank. Bayer war mit Erik ten Hag als Nachfolger für Meistercoach Xabi Alonso in die Spielzeit gestartet. Ein katastrophaler Fehlgriff, den Sportgeschäftsführer Simon Rolfes in Bundesliga-Rekordzeit bereits nach dem zweiten Spieltag korrigierte. Die zweite Patrone schlug voll ein.
Die Leistungen von Kasper Hjulmand sind gar nicht hoch genug zu bewerten. Nur vier von 21 Pflichtspielen gingen verloren. Nur die Niederlage in Augsburg darf als Desaster eingestuft werden. Die anderen Pleiten gegen Paris, Bayern und Dortmund gehören – wenn auch nicht in der Höhe – zu Bayers Tagesgeschäft.
Hjulmand moderierte den XL-Umbruch im Sommer mit mehr als 20 Kaderbewegungen nicht nur, sondern er trieb die Entwicklung eines hochtalentierten Kaders maßgeblich voran. Der Däne fand zudem immer wieder Lösungen, um trotz großer Verletzungsprobleme Ergebnisse einzufahren. Als Beispiel dient Ibrahim Maza, der plötzlich auf der Sechs eine neue sportliche Heimat gefunden zu haben scheint.
Hjulmand wird nicht müde, zu betonen, dass er dennoch viel Entwicklungsspielraum sehe. Gelingt es dem Coach weiterhin, mit greifenden Maßnahmen das Vertrauen des Kaders in ihn zu stärken, dürfen sich die Leverkusener Anhänger auf ein aufregendes 2026 freuen.

