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Rat und BezirkeLeverkusener OB verabschiedet Ehemalige

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Offizielle Verabschiedung der Leverkusener ausgeschiedenen Ratsmitglieder und Mitglieder der Bezirksvertretungen. Bild: Ralf Krieger

Ob im Rat oder nicht: Der Gesprächsstoff geht nicht aus.

Ehemalige Mitglieder des Rates und der Bezirksvertretungen wurden offiziell verabschiedet.

Zu einer kleinen Verabschiedungsfeier für ausgeschiedene Ratsmitglieder und Mitglieder der drei Bezirksvertretungen waren am Montagabend 23 Ehemalige in den Ratssaal gekommen.

Offizielle Verabschiedung der Leverkusener ausgeschiedenen Ratsmitglieder und Mitglieder der Bezirksvertretungen. Bild: Ralf Krieger

Offizielle Verabschiedung der Leverkusener ausgeschiedenen Ratsmitglieder und Mitglieder der Bezirksvertretungen.

Ihre Verweildauer in den Leverkusener Ratsgremien war höchst unterschiedlich. Am längsten war Hans Klose dabei: 55 Jahre, seit 1969, arbeitete er für die SPD im Rat mit. Er saß schon in den alten Ratssälen, die die allermeisten Bürger nur noch von Bildern oder aus Erzählungen kennen. Die kürzeste Mitarbeit dürfte das FDP-Mitglied Uwe Bartels absolviert haben: Er rückte 2023 für Monika Ballin-Meyer-Ahrens in den Rat nach und verlor seinen Sitz 2025 wieder, weil seine Partei nicht genug Stimmen bekommen hatte.

Karl Schweiger von der Bürgerliste hatte sein Ratsmandat seit 1985 inne, also für 40 Jahre. Zu Beginn war er natürlich noch kein Mitglied der Bürgerliste, weil es die noch nicht gab. Erst am 1. Februar 1994 gründete der Rheindorfer Erhard Schoofs die Bürgerliste gemeinsam mit etwa 40 Genossen, gewissermaßen als Gruppe aus dem Fleisch der SPD. Der Feuerwehrmann Schweiger, der lange auch Stadtteilpolitik für Hitdorf machte, ist nicht mehr im Rat vertreten.

Der Gesprächsstoff geht nicht aus

Auch Roswitha Arnold und Stefan Baake von den Grünen lange Rats-Zeiten „auf dem Buckel“: Beide sind 1994 zum ersten Mal dabei gewesen, über 30 Jahre, sie erlebten die letzten fünf Oberbürgermeister: Walter Mende, Paul Hebbel, Ernst Küchler, Reinhard Buchhorn und zwei Perioden lang Uwe Richrath.

Die vermutlich jüngste Ehemalige des Leverkusener Rates aller Zeiten dürfte Kerstin Nowak von der CDU sein. Bei ihrem Ausscheiden war sie  23 Jahre alt, sie hat seit 2020 fünf Jahre lang die Sitzungen mitgemacht.

Musik gab es auch: Schülerinnen und Schüler der Musikschule spielten ein paar Stücke für die Ehemaligen: Mit Akkordeon, Fagott und Flöte wurde es feierlich. Anschließend gab es etwas zu trinken und ein kleines Buffet; der Gesprächsstoff geht schließlich nicht aus, nur weil man nicht mehr im Rat sitzt. Oberbürgermeister Stefan Hebbel hatte für fast jede und jeden eine kurze persönliche Ansprache parat, denn er sitzt selbst schon Jahre in den Leverkusener Gremien. 

Interessant ist auch, wer nicht zur Verabschiedung gekommen war. Da wäre zuerst der ehemalige Oberbürgermeister Uwe Richrath zu nennen, der Probleme hatte, seine Wahlniederlage mit Fassung zu tragen. Hebbel sagte, dass er Richrath angeboten habe, die Verabschiedung zu machen, denn es sei schließlich seine Wahlperiode gewesen, die zu Ende gegangen ist. Nicht gekommen waren auch die vormalige SPD-Fraktionschefin Milanie Kreutz sowie Ariane Koepke, die sich im Laufe der Ratsperiode von der SPD losgesagt hatte. Von der CDU fehlte Bernhard Marewski, der wegen parteiinterner Zerwürfnisse, in die auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel involviert war, kürzlich aus der CDU ausgetreten ist.