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Vor Bayer 04 gegen HoffenheimLeverkusens Trainer Hjulmand verspricht „Feuer“ im Team

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ARCHIV - 20.12.2025, Sachsen, Leipzig: Fußball: Bundesliga, RB Leipzig - Bayer Leverkusen, 15. Spieltag, Red Bull Arena. Trainer Kasper Hjulmand (Bayer Leverkusen) reagiert an der Seitenlinie. Auch das aktuelle Weltgeschehen beunruhigt den Dänen.  (zu dpa: «Leverkusen-Coach Hjulmand sorgt sich um Grönland») Foto: Jan Woitas/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand emotional an der Seitenlinie

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand fordert vor der Partie gegen Hoffenheim von seinen Profis deutlich mehr Zweikampfintensität. 

Auffällig häufig sprach Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit der TSG Hoffenheim über das Eins gegen Eins, die Duelle Mann gegen Mann. Vorwärts mit dem Ball, rückwärts in der Arbeit gegen ihn. Zweifel daran, dass dieses Thema nach dem erschreckenden 1:4 gegen den VfB Stuttgart ganz oben auf der Wochenagenda stand, gibt es nicht.

Parallelen zum Stuttgart-Spiel

„Wie Stuttgart fordern sie viele Eins-gegen-eins-Situationen. Es gibt wenig Rhythmus im Spiel, deshalb ist die Zweikampfführung entscheidend“, sagte Hjulmand. Wichtig sei zudem, das Angriffsspiel zu verändern, direkter zu werden, Räume besser zu nutzen. „Wir müssen es deutlich besser machen als letzte Woche“, resümierte der Däne.

Eigentlich hätte Bayer 04 schon am Dienstag Gelegenheit zur Wiedergutmachung gehabt. Das Spiel beim Hamburger SV wurde wegen widriger Bedingungen abgesagt, neu angesetzt ist es für den 4. März. Aus dem Rhythmus habe das seine Mannschaft aber nicht gebracht, betonte Hjulmand. „Wir hätten gern gespielt, wir haben uns den ganzen Tag vorbereitet. Es ist zwar anders, aber wir müssen positiv bleiben. Die Energie ist da. Wir sind bereit für Hoffenheim.“ Sein Fazit: „Wir haben Feuer.“

Rechtzeitig im Kader sind zudem Ibrahim Maza und Christian Kofane, die vom Afrika-Cup zurückgekehrt sind. Zwei Spielertypen, die Leverkusen gegen Stuttgart schmerzlich vermisst hatte. Maza, gelernter Offensivspieler, hat sich neben Aleix Garcia als Sechser etabliert und verbindet Defensive, Mittelfeld und Angriff.

Beim Afrika-Cup agierte der Algerier deutlich mehr im Angriff. „Maza kann beide Positionen spielen. Er macht uns flexibler“, sagte Hjulmand. Kofane wiederum gilt als aggressiver Anläufer. Ein Faktor für den Fall, wenn Bayer 04 in Hoffenheim früh pressen will und nicht in einen passiven Verwaltungsmodus verfällt so wie gegen Stuttgart.

Viel Lob für Hoffenheim

Trotzdem ist Vorsicht geboten. Hoffenheim zählt zu den Überraschungen der Saison. Das 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach unter der Woche unterstrich die Spielfreude der Mannschaft von Christian Ilzer, die als konterstark gilt. Seit der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Köln Anfang Oktober erzielte die TSG in jedem Heimspiel mindestens drei Treffer.

Mit Talenten wie Fisnik Asslani, Max Moerstedt und Bazoumana Touré sowie dem erfahrenen Andrej Kramaric, der gegen Gladbach einen Hattrick schoss, verfügt Hoffenheim über reichlich Qualität. Hjulmand zeigte entsprechend Respekt. „Hoffenheim ist ein sehr guter Gegner. Die Entwicklung ist klar zu sehen. Sie sind fleißig, konstant und haben genauso viele Tore geschossen wie wir. Ich kenne Kramaric gut, er ist ein Top-Spieler. Aber es geht nicht nur um ihn. Entscheidend ist ihre Spielweise: viele Spieler im Zentrum, hohes Pressing, viele Eins-gegen-Eins-Duelle.“

Seit seinem Amtsantritt als Nachfolger von Erik ten Hag kassierte Hjulmand fünf Niederlagen, drei davon gegen direkte Konkurrenten um die Champions-League-Plätze: Dortmund, Bayern, Stuttgart. Hoffenheim liegt einen Punkt vor Leverkusen. Eine weitere Niederlage gegen einen unmittelbaren Rivalen würde den Blick auf die internationalen Plätze trüben. „Für mich zählt der Fokus auf das nächste Spiel und darauf, was wir besser machen können“, sagte Hjulmand. „Training, Qualität, Feuer – dann kommen die Ergebnisse.“

Thema war am Rande auch das Aus von Ex-Leverkusen-Trainer Xabi Alonso bei Real Madrid. „Wir verfolgen Xabi und seinen Staff. Der Fußball ist manchmal crazy. Er ist ein Top-Trainer, das wissen wir“, sagte Hjulmand. Alonso verlor in seiner Leverkusener Zeit kein Spiel gegen Hoffenheim, ten Hag bei seinen einzigen zwei Pflichtspielen an der Leverkusener Seitenlinie eines davon gegen die TSG (1:2). Hjulmand dagegen dürfte sich am Samstag wohl eher an Alonso orientieren wollen.

Bayer 04 Leverkusen: Flekken – Andrich, Bade, Quansah – Arthur, Garcia, Maza, Grimaldo – Tella, Kofane, Tillman. – TSG Hoffenheim: Baumann – Coufal, Hranac, Hajdari, Bernardo – Avdullahu – Prömel, Burger – Lemperle, Asllani, Touré. – Schiedsrichter: Schlager (Gernsbach).